Erblicher Darmkrebs

HNPCC:                                                                                                                                                                                                                                                                                                             Die häufigste Form ist der erbliche nicht-polypöse Darmkrebs (engl.: Hereditary Non-Polyposis-Colorectal-Cancer). 5 bis 7 Prozent aller Darmkrebsfälle sind darauf zurückzuführen. Einige der dafür verantwortlichen defekten Gen-Anlagen sind bereits bekannt und können mit Hilfe genetischer Tests nachgewiesen werden. Die Veranlagung wird von einem Elternteil geerbt und kann schon in jungen Lebensjahren zu Darmkrebs oder anderen Krebsarten führen. Die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu erkranken, liegt bei 80 Prozent, deshalb sind hier frühzeitige Untersuchungen lebensnotwendig. Ein erhöhtes Risiko besteht gleichzeitig für Krebs der Gebärmutter und der Eierstöcke, für Magen- und Dünndarmkrebs, Krebs der Harnwege oder der Gallenwege.
Hier ist eine Stammbaumanalyse wichtig. Es wurden die sogenannten Amsterdam-I- und -II-Kriterien entwickelt, um das Risiko einer Erkrankung abschätzen zu können.


Amsterdam-I-Kriterien:

Ein HNPCC gilt als sehr wahrscheinlich, wenn alle genannten Kriterien zutreffen.

  • Mindestens drei Angehörige der Familie hatten oder haben Darmkrebs.
  • Einer davon ist Verwandter ersten Grades der beiden anderen.
  • Mindestens zwei aufeinander folgende Generationen sind oder waren von Darmkrebs betroffen.
  • Mindestens einer der Erkrankten ist oder war bei Diagnosestellung jünger als 50 Jahre.
  • Eine Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP) ist ausgeschlossen.

Amsterdam-II-Kriterien:

Ein HNPCC gilt als sehr wahrscheinlich, wenn bei der Stammbaumanalyse alle unten genannten Kriterien zutreffen.

  • Mindestens drei Angehörige der Familie haben oder hatten einen mit HNPCC vergesellschafteten Krebs (s. o.).
  • Einer davon ist Verwandter ersten Grades der beiden anderen.
  • Mindestens zwei aufeinander folgende Generationen sind oder waren von einer solchen Krebserkrankung betroffen.
  • Mindestens einer der Erkrankten ist oder war bei Diagnosestellung jünger als 50 Jahre.
  • Eine Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP) ist ausgeschlossen.

Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP):
Zweithäufigste Form von erblichem Darmkrebs, etwa ein Prozent aller Fälle ausmachend. Bereits in jungen Jahren entwickeln sich hunderte bis tausende Darmpolypen, die zunächst gutartig sind, dann aber entarten können. Die Polypenzahl ist so groß, dass mit hundertprozentiger Sicherheit aus einem Polypen einmal ein Darmkrebs entsteht. Die Patienten können bereits mit 20 Jahren an Darmkrebs erkranken, so dass hier die Vorsorgeuntersuchungen bereits mit dem 10. Lebensjahr beginnen müssen.

Die Polypen können im gesamten Verdauungstrakt auftreten.

Ist ein Elternteil erkrankt, wird die Erkrankung mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent an die Kinder weitervererbt.

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