Familienplanung trotz bösartiger Erkrankungen

Einige Therapien bei Krebserkrankungen können Eierstockgewebe schädigen und damit potenziell zu Unfruchtbarkeit und Hormonmangelerscheinungen führen.

Leider schädigen die zur Behandlung von Krebserkrankungen notwendigen Zytostatika und Bestrahlung nicht nur Krebszellen, sondern je nach Medikament und notwendiger Dosierung auch Eizellen.

Es gibt ein breites Spektrum verschiedener Therapiemöglichkeiten, mit deren Hilfe bei bestehendem Kinderwunsch - je nach Länge des verfügbaren Zeitfensters bis zum Beginn der Chemo- oder Strahlentherapie - ein Erhalt der
Fruchtbarkeit erreicht werden kann. Allerdings müssen Nutzen und Risiken (durch eine eventuelle Beeinflussung der Krebstherapie) sorgfältig abgewogen werden.

  • Klinisch weitgehend etabliert ist die ovarielle Stimulation zur Entnahme, Befruchtung und Kältekonservierung von befruchteten Eizellen. Die Technik erfordert ein Zeitfenster von etwa zwei Wochen.
  • Seit kurzer Zeit ist es auch möglich, unbefruchtete Eizellen einzufrieren, was insbesondere bei jungen Frauen ohne feste Partnerschaft von großer Bedeutung sein kann.
  • Bei einem verfügbaren Zeitfenster von weniger als zwei Wochen kann Eierstockgewebe über eine Bauchspiegelung entnommen und kältekonserviert werden.
  • Eine mögliche medikamentöse Maßnahme ist die Gabe von sogenannten GnRH-Analoga, das sind synthetisch hergestellte Hormone. Allerdings wird deren Effektivität im Einzelfall noch diskutiert.
  • Bei einer geplanten Bestrahlung des Beckens besteht die Möglichkeit, die Eierstöcke außerhalb des Bestrahlungsfeldes zu fixieren.

Welche dieser Maßnahmen in Ihrem Fall sinnvoll sein kann, werden wir im Einzelfall ausführlicher mit Ihnen besprechen.

Weitere Informationen finden Sie

  • im Patientenratgeber der Deutschen Krebshilfe Nr. 49 „Kinderwunsch und Krebs“, Tel. 0228 729900 www.krebshilfe.de


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