17.12.2010

Krankenkassen sichern Lüneburger Perinatalzentrum

Versorgung ganz kleiner Frühgeborener auch 2011 möglich

Lüneburg, 17.12.2010 - „Seit gestern Abend steht fest, dass das Städtische Klinikum Lüneburg auch über den 31. Dezember 2010 hinaus ganz kleine Frühgeborene im Perinatalzentrum Level 1 versorgen kann", sagt Geschäftsführer Dr. Michael Moormann.

Diese erfreuliche und überraschend schnelle Entwicklung basiert auf zwei wesent­lichen Entscheidungen: Am gestrigen Donnerstagnachmittag einigten sich die Ver­handlungsführer der Krankenkassen mit dem Klinikum Lüneburg grundsätzlich darauf, dass das Krankenhaus auch 2011 die ganz kleinen Frühchen mit einem Geburts­gewicht unter 1250 Gramm versorgen kann. Am Donnerstagabend dann teilte der für die Einführung der ab 1. Januar 2011 geplanten Mindestmengen verantwortliche Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) mit, diese Regelung zunächst bis zum 28. Februar 2011 auszusetzen.

„Heute ist ein guter Tag für das Städtische Klinikum", freut sich Dr. Moormann, „Wir können nicht nur unsere Arbeit zunächst so erfolgreich wie bisher fortsetzen, wichtig ist auch, dass die Krankenkassen uns beim Erhalt des Level 1-Status unterstützen."

Auch die beiden für das Lüneburger Perinatalzentrum verantwortlichen Chefärzte, Professor Dr. med. Josef Sonntag von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und Professor Dr. med. Peter Dall von der Frauenklinik, sind erleichtert: „Einem Zentrum, das im Jahr 2010 eine hundertprozentige Überlebensrate für Frühstgeborene nach­weisen kann, dann aus Qualitätsgründen die Weiterführung zu verweigern, wäre ja wohl ein absoluter Widerspruch und der Bevölkerung auch kaum zu vermitteln."

Der G-BA hatte im Juni 2010 die Qualitätsanforderungen bei der Versorgung von Früh- und Neugeborenen erhöht und die verbindliche Anzahl von vorher 14 auf 30 behan­delte Früh- und Neugeborene pro Jahr als Voraussetzung dafür festgelegt, dass ein Krankenhaus auch weiterhin die sehr betreuungsintensiven Frühchen mit einem Geburtsgewicht von unter 1250 Gramm versorgen darf. Dagegen hatten einige Kliniken beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg Klage eingereicht. Daraufhin hatte das Landessozialgericht im Rahmen eines einstweiligen Rechtsschutzverfahrens den G-BA Beschluss bis zum 26. Januar 2011 außer Vollzug gesetzt. Der G-BA teilte mit, dass die nun beschlossene Zeit bis Ende Februar unter anderem für weitere Beratungen genutzt werden soll.