16.04.2021

Neue Chefärztin der Klinik für Neurologie

Professorin Waltraud Pfeilschifter kommt vom Universitätsklinikum Frankfurt ans Klinikum Lüneburg

Am 1. April 2021 hat Prof. Dr. med. Waltraud Pfeilschifter ihre Tätigkeit als neue Chefärztin der Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie des Klinikums Lüneburg begonnen. „Wir freuen uns, dass wir die international renommierte Neurologin und Schlaganfallexpertin Frau Professor Pfeilschifter als Nachfolgerin von Professor Henningsen gewinnen konnten“, sagt Prof. Dr. med. Torsten Kucharzik, Ärztlicher Direktor des Klinikums und Vorsitzender der Auswahlkommission. „Mit ihrem Fachwissen und ihrer Persönlichkeit ist sie eine außerordentliche Bereicherung für das Team unserer Chefärzte und -ärztinnen.“

„Ich hatte einen sehr guten Start in Lüneburg“, so beschreibt Prof. Waltraud Pfeilschifter ihre ersten 14 Tage am Klinikum. „Die Klinik für Neurologie ist personell sehr gut aufgestellt, mit fünf Oberärzten, die ausgewiesene Experten auf ihrem Gebiet sind, und einem tollen fachlichen Niveau und großem Engagement bei den Assistenzärztinnen und -ärzten. Auch die Zusammenarbeit mit den spezialisierten Pflegefachkräften und den Therapeuten lässt sich wunderbar an. Ich freue mich darauf, mein Wissen aus 16 Jahren an der Universitätsklinik Frankfurt am Main jetzt hier in Lüneburg anwenden und die Patienten gemeinsam mit meinem Team bestmöglich versorgen zu können.“

Geboren in Seeheim-Jugenheim an der hessischen Bergstraße und aufgewachsen im Großraum Frankfurt am Main, begann Prof. Pfeilschifter an der dortigen Universitätsklinik direkt nach dem Abitur ihr Medizinstudium, zwei Jahre davon studierte sie in Lyon und Paris. Schon früh stand fest, dass ihr Lieblingsfach die Neurologie sein würde: „Der ganzheitliche Blick dieses Fachgebiets auf die Patienten, ihre Wahrnehmung und Kommunikation mit der Umwelt haben mich von Anfang an begeistert“, erinnert sich die 42-Jährige. „Dass es nach wie vor möglich ist, durch Patientengespräch und körperliche Untersuchung mit einfachen Hilfsmitteln wie Reflexhammer und Stimmgabel, eine Verdachtsdiagnose zu stellen, diese durch apparative Untersuchungen abzusichern und den Patienten oft in recht kurzer Zeit helfen zu können, fasziniert mich bis heute.“

Die Fachärztin für Neurologie, Intensivmedizin und Notfallmedizin arbeitete zuletzt als Leitende Oberärztin der Klinik für Neurologie am Neurozentrum des Universitätsklinikums Frankfurt, wo sie für die Organisation der Schlaganfall- und Intensivmedizin verantwortlich war. „Als ich auf die Stellenanzeige aus Lüneburg aufmerksam wurde, stellte ich mir die Frage, ob ich meine wissenschaftliche Laufbahn fortsetzen oder meinen Schwerpunkt auf die klinische Anwendung der rasant zunehmenden neuromedizinischen Erkenntnisse zum Nutzen der Patienten legen will“, erzählt Prof. Pfeilschifter. „Ich habe mich für die klinische Versorgungsmedizin zugunsten des Lüneburger Klinikums entschieden.“

Die therapeutischen Möglichkeiten der Neurologie hätten sich in den letzten zehn Jahren beispielsweise durch die Katheterbehandlung bei Schlaganfall oder Immuntherapien bei Multipler Sklerose so bedeutend weiterentwickelt, dass Betroffenen ganz andere Lebensperspektiven als früher ermöglicht werden könnten. „Mein Ziel ist es, die Therapie in enger Abstimmung mit den Patienten und den Angehörigen immer passgenau und individuell an die Schwere der Erkrankung, das Alter und eventuelle Vorerkrankungen anzupassen. Die maximal mögliche Therapie muss nicht in jedem Fall die beste sein“, beschreibt die Neurologin ihre Überzeugung.

Insgesamt 18 Ärztinnen und Ärzte hatten sich auf die Chefarztposition beworben, sechs kamen in die engere Auswahl und wurden zum Vorstellungsgespräch nach Lüneburg eingeladen. Drei davon wurden im Anschluss von der Auswahlkommission an ihren bisherigen Kliniken besucht. „Alle drei waren fachlich ähnlich gut und hochqualifiziert, sodass in der Begutachtung vor Ort andere Kriterien im Vordergrund standen, beispielsweise die Frage, wie gut Bewerber ins Team unserer Neurologie und ins Team des Klinikums passen oder wie die Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen ist“, beschreibt Geschäftsführer Dr. Michael Moormann das Auswahlverfahren. „In der Kooperation und dem fairen Umgang mit ihrem Team hat uns Frau Professor Pfeilschifter nicht nur als Führungskraft, sondern vor allem als Mensch überzeugt.“

Die neue Chefärztin ist verheiratet, Mutter eines dreijährigen Sohnes und lebt seit gut vier Wochen in Lüneburg.