16.06.2021

Neue Wege zu besseren Arbeitsumgebungen im Krankenhaus

Klinikum Lüneburg ist Teil der europaweiten Magnet4Europe-Studie

Das Klinikum Lüneburg ist eines von 21 Krankenhäusern in Deutschland, die an der europaweiten Magnet4Europe-Studie teilnehmen. Ziele der Studie sind die Verbesserung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens von Pflegekräften, Ärztinnen und Ärzten sowie die Steigerung der Patientensicherheit und -zufriedenheit durch Umgestaltung der Arbeitsumgebung in Kliniken gemäß der Magnet®-Prinzipien. Grundlage ist das in den 1980er-Jahren in den USA entwickelte Magnet®-Konzept, das dort seit den 1990er-Jahren erfolgreich umgesetzt wird. Weltweit gibt es bisher mehr als 500 Magnet-Krankenhäuser.

„Wir freuen uns über die einmalige Chance, Teil dieser internationalen Studie zu sein und zu erfahren, wie wir das Arbeiten in unserem Haus noch attraktiver und nachhaltig weniger belastend machen können“, sagt Dr. Michael Moormann, Geschäftsführer des Klinikums. „Schon jetzt wird deutlich, dass wir in manchen Bereichen bereits sehr gut aufgestellt oder zumindest auf einem guten Weg sind. Von der Studie versprechen wir uns weitere Anregungen, um sowohl im Sinne unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch der Patientinnen und Patienten noch besser zu werden.“

Hauptkomponenten des Magnet®-Konzepts sind eine motivierende Mitarbeiterführung, das Empowerment, also die Befähigung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Selbstverantwortung durch Fort- und Weiterbildung, eine professionelle Pflegepraxis und die Umsetzung von Innovationen. Deren Anwendung in den USA führt zu messbaren, überdurchschnittlich guten Ergebnissen bei der Zufriedenheit der Pflegekräfte sowie der Patientensicherheit und -zufriedenheit. In der europäischen Magnet-Studie sind auch Ärztinnen und Ärzte eingeschlossen.

Die Magnet4Europe-Studie startete 2020 und läuft bis Ende 2023. Während dieser Zeit wird jeder teilnehmenden Klinik ein Partnerkrankenhaus in den USA zugewiesen, das bereits erfolgreich als Magnet-Krankenhaus arbeitet und die europäische Klinik auf ihrem Weg zur Magnet®-Zertifizierung individuell begleitet. Für das Klinikum Lüneburg ist dies das Jersey Shore University Medical Centre in Neptun City, New Jersey, das 20 Jahre Erfahrung als Magnet-Krankenhaus hat. Am Donnerstag vergangener Woche fand die erste große Videokonferenz zwischen dem Klinikum und dem Jersey Shore-Krankenhaus statt. Sie bildete den Auftakt für die Zusammenarbeit in den nächsten zwei Jahren. Abhängig von der jeweiligen Lage der Corona-Pandemie, sind neben virtuellen Konferenzen für 2022 auch wechselseitige Besuche der Partnerkrankenhäuser geplant.

Projektleiterin am Klinikum Lüneburg ist Katrin Müller-Dümke, Pflegewissenschaftlerin und Mitglied der Pflegedirektion, deren Initiative zur Teilnahme an der Studie führte. Zurzeit erfolgt anhand der Magnet®-Kriterien eine gemeinsame Stärken-Schwächen-Analyse (sog. Gap-Analyse), unter anderem im Rahmen einer anonymen Mitarbeiterbefragung. Diese wird jährlich wiederholt und soll sichtbar machen, an welchen Stellen das Klinikum bereits gut aufgestellt ist und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Innerhalb des Klinikums wird die Studie von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe aus Pflegekräften, Ärztinnen und Ärzten begleitet. Für Pflegedirektor Michael Kossel ist Magnet4Europe „Eine weitere Maßnahme zur Stärkung und Weiterentwicklung der Pflege. Sie bietet die einmalige Gelegenheit, die Arbeitsbedingungen in der Pflege und unsere Versorgungsqualität noch weiter zu verbessern. Wir erhoffen uns viele neue Impulse und freuen uns auf einen regen Austausch mit unserem Partnerkrankenhaus.“

Magnet4Europe wird von der Europäischen Union finanziert und in Deutschland von der Robert-Bosch-Stiftung unterstützt. Insgesamt nehmen 67 Krankenhäuser in sechs europäischen Ländern an der Studie teil. Neben Deutschland sind dies Großbritannien, Irland, Norwegen, Schweden und Belgien. Ergänzend zum intensiven Kontakt mit dem Partnerkrankenhaus ermöglicht die Studie auch den nationalen und internationalen Austausch mit anderen teilnehmenden Kliniken, die sich in monatlichen virtuellen Arbeitsgruppen treffen.