Leistungsspektrum

Am Prostatakrebszentrum Lüneburg werden Patienten mit Prostatakrebs durch ein interdisziplinär zusammenarbeitendes Expertenteam umfassend in Diagnostik, konservativer und/oder operativer Therapie und Nachbehandlung betreut.

Das Prostatakrebszentrum verpflichtet sich zu einer evidenzbasierten Medizin, die auf den aktuellen EAU-Leitlinien bzw. den S3-Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie basiert.

Bei Diagnoseverdacht oder Diagnosesicherung durch den niedergelassenen Urologen bzw. Hausarzt wird der Patient in der Sprechstunde des Prostatakrebszentrums vorgestellt. Eventuell fehlende Untersuchungen werden veranlasst (z. B. histologische Diagnosesicherung, MRT etc.). Ab Mitte 2016 steht auch eine Fusionsbiopsie der Prostata zur Verfügung. Hierbei wird das Ergebnis einer MRT-Untersuchung der Prostata mittels eines speziellen Ultraschallgerätes mit der Ultraschallbildgebung fusioniert. Das Ergebnis liefert den Urologen detailgenaue Informationen, an welchen Stellen eine Gewebeentnahme erforderlich ist, um bereits kleine Frühstadien eines Prostatakarzinoms diagnostizieren zu können.

In einer interdisziplinären prä-therapeutischen Tumorkonferenz wird ein Behandlungsplan erstellt, und es wird festgelegt, ob ein operatives, strahlentherapeutisches oder ein weiteres Vorgehen notwendig ist. Die Tumorkonferenz besteht aus Urologen und Strahlentherapeuten und tagt einmal wöchentlich. Der einweisende Kollege wird schriftlich über das Konferenzergebnis informiert.

Das Prostatakrebszentrum bietet alle Methoden der chirurgischen Radikaloperation des Prostatakarzinoms an:

  • die offene radikale Operation über einen kleinen Unterbauchschnitt einschließlich Entfernung der regionalen Lymphknoten,
  • die laparoskopische extraperitoneale radikale Prostatektomie mit Entfernung der Lymphknoten (NEU: 3D-Laparoskopie mit dreidimensionaler Darstellung des OP-Gebietes),
  • in ausgewählten Fällen die perineale Prostatektomie (über einen Dammschnitt) mit vorhergehender laparoskopischer Lymphknotenentfernung.

Bei entsprechender Indikation wird ein nervschonendes Verfahren zur Erhaltung der Potenz angewandt.

In ausgewählten Fällen werden palliative Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität durchgeführt, wie z. B. Verbesserung des Harnstrahls durch eine transurethrale Resektion der Prostata.

Bei Indikation zur Strahlentherapie des Prostatakarzinoms stehen in unserer Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie folgende Verfahren zur Verfügung:

  • Externe Strahlentherapie in dosisintensitätsmodulierter Technik (IMRT)
  • Externe Strahlentherapie und HDR-Brachytherapie (in Kooperation mit dem UKE Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf)

Bei Bedarf steht eine psychoonkologische Beratung zur Verfügung. Außerdem bestehen Kontakt und Vermittlungsmöglichkeit zu Prostatakrebs-Selbsthilfegruppen.

Nach Entlassung aus der stationären Behandlung und nach Beendigung einer eventuell notwendigen Rehabilitationsmaßnahme (z. B. zur Erlernung von Beckenbodengymnastik) wird die weitere Nachsorge vom einweisenden Urologen übernommen.

In einer post-therapeutischen interdisziplinären Konferenz einmal monatlich werden Krankheitsfälle, die einer individuellen besonderen Nachbehandlung bedürfen, besprochen und eine entsprechende Therapieempfehlung erstellt.

Alle im Prostatakrebszentrum spezifischen Patientendaten werden in einem Tumor-Dokumentationssystem erfasst.

Am Prostatakrebszentrum Lüneburg wurden im Jahr 2015

  • 51 radikale Prostatektomien durchgeführt (überwiegend laparoskopisch) und
  • 88 Patienten mit Prostatakarzinom mit einer kurativen Strahlentherapie behandelt.