Zu Risiken und Nebenwirkungen...

Man unterscheidet akute Nebenwirkungen, die unter oder unmittelbar nach der Bestrahlung auftreten, von chronischen Nebenwirkungen oder Spätreaktionen. Letztere können mitunter Monate bis Jahre nach einer Bestrahlung beobachtet werden.

An akuten Nebenwirkungen sind vor allem Beschwerden des Enddarmes zu nennen, die sich in häufigem Stuhldrang mit Entleerung kleiner Portionen bemerkbar machen. Bei Hämorrhoiden können sich entsprechende Beschwerden durch die Bestrahlung verstärken. Ein leicht erhöhtes Blutungsrisiko der Enddarmschleimhaut besteht bei Patienten, die eine gerinnungshemmende Behandlung (z. B. bei Herzerkrankungen) erhalten. Blasenbeschwerden äußern sich wie eine typische Entzündung mit Brennen beim Wasserlassen und erhöhtem Harndrang. Wichtig ist, den Urin in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren. Falls sich Zeichen für eine bakterielle Infektion finden, sollte man diese entsprechend gezielt antibiotisch behandeln.

Chronische Nebenwirkungen können Monate bis Jahre nach einer Strahlenbehandlung auftreten. Hier sind vor allem entzündliche Veränderungen und Geschwürbildungen am Enddarm zu nennen, die zu Blutungen führen und schlimmstenfalls eine Operation notwendig machen können. An der Blase kann es zu Schrumpfungen kommen, die Harnröhre kann sich verengen. Schwere, behandlungsbedürftige Nebenwirkungen sind durch die dreidimensionale Bestrahlungsplanung und -technik jedoch selten geworden, das Risiko liegt deutlich unter fünf Prozent.

Hinsichtlich der Potenz werden in der wissenschaftlichen Literatur unterschiedliche Zahlen angegeben. Prinzipiell gilt die Faustregel, dass ein Patient, der vor der Strahlentherapie potent war, dies meist auch anschließend bleibt. Veränderungen an den kleinen Blutgefäßen können allerdings über die Jahre eine Potenzminderung begünstigen, die jedoch auch alleine durch das zunehmende Alter auftreten kann.

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