Schwerstverletztenbehandlung (Polytrauma)

Die Behandlung von Unfällen mit lebensbedrohlichen Verletzungen wird am Klinikum Lüneburg fachübergreifend durchgeführt.

Die Ärzte des Klinikums besetzen die zwei Notarztwagen im Kreis Lüneburg. Zur Erstbehandlung steht ein hochmoderner Schockraum mit digitaler Röntgendiagnostik und einem speziellen Transporttischsystem (AWIGS, Fa. Maquet) zur Verfügung. Mit dessen Hilfe wird ohne weitere Umlagerung die komplette Diagnostik inklusive Computertomographie möglich. Ist es erforderlich, kann der/die Verletzte auf dem Transportbett bis in den OP-Saal gebracht werden. Das interdisziplinäre Schockraum-Team besteht aus qualifizierten Ärztinnen, Ärzten und Pflegepersonal (Unfallchirurgie, Viszeralchirurgie, Anästhesie und Radiologie). Ärzte der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und der Neurologie werden bei Bedarf hinzugezogen. Die Nachbehandlung findet auf der operativen Intensivstation des Klinikums statt.

Die Klinik nimmt an der anonymisierten Datenerfassung von Unfallverletzten (Polytraumaregister) der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie teil.
Im Jahr 2010 wurden 84 Mehrfachverletzte (= Polytrauma) registriert. Davon 60 Prozent mit besonders schweren Verletzungen (NISS > 16).
Ein Drittel (33 Prozent) hatte einen Unfall als Motorrad- oder Autofahrer, je 6,4 Prozent waren als Radfahrer oder Fußgänger unterwegs. In 44,4 Prozent aller Fälle handelte es sich um Folgen eines Sturzes aus unterschiedlicher Höhe. Die Überlebensrate entspricht mit 88,5 Prozent genau dem Bundesdurchschnitt der teilnehmenden 367 Kliniken.