Synkope (plötzliche Ohnmacht)

Zur Ohnmacht kommt es normalerweise dann, wenn das Gehirn vorübergehend nicht genug Blut und Sauerstoff erhält. Manchmal gibt es vorherige Warnzeichen wie z. B. Schwindel oder Orientierungslosigkeit, manchmal treten Synkopen plötzlich, wie ein Blitz aus heiterem Himmel und ohne Warnzeichen auf. Viele der Ursachen von Synkopen sind eher harmlos, einige können jedoch lebensbedrohlich sein. Daher ist es unbedingt erforderlich, dass nach einem Ohnmachtsanfall die Ursache geklärt wird, damit eine entsprechende Behandlung begonnen werden kann.

Die vom Herzen verursachten (kardialen) Synkopen können lebensbedrohlich sein. Eine der häufigsten kardialen Ursachen der Synkope ist ein abnormer Herz- rhythmus (auch als „Arrhythmie“ [Herzrhythmusstörung] bezeichnet). Dabei schlägt das Herz entweder zu langsam (Bradykardie) oder zu schnell (Tachykardie), sowohl regelmäßig als auch unregelmäßig. Durch Extraschläge kommt es lediglich zu einer Unregelmäßigkeit, einer Arrhythmie. Diese Arrhythmie führt aber nicht zu einer Synkope.

Durch eine reflexartige Fehlregulation des Kreislaufs, ausgelöst z. B. durch plötzliches Aufstehen oder langes Stehen in überfüllten Räumen, können ebenfalls bei ansonsten gesunden Menschen Synkopen ausgelöst werden. Man kann versuchen, diesen Mechanismus bei der Kipptischuntersuchung zu provozieren. Dabei wird man aus liegender Position in eine 10°-Position gebracht. Nun werden Blutdruck und Herzfrequenzverhalten beobachtet.

Neben den genannten häufigen Ursachen plötzlicher Bewusstlosigkeiten gibt es weitere Ursachen, auch aus dem Gebiet der Nervenerkrankungen (Neurologie). Daher sind neben einer ausführlichen Befragung der Patienten zu den Umständen vor, während und nach der Synkope (Anamnese) weitere Untersuchungen unumgänglich. Neben verschiedenen kardiologischen Untersuchungen führt nicht selten die Provokation einer Synkope während einer Kipptischuntersuchung zur Diagnose der reflektorischen Kreislauffehlregulation.

Bei negativem Ergebnis einer solchen Kipptischuntersuchung kann Patienten ein Ereignisrekorder eingepflanzt werden. Dieser Ereignisrekorder zeichnet während einer Synkope den Herzrhythmus auf und gibt den eindeutigen Hinweis auf eine Herzrhythmusstörung während einer Synkope. Auch kann eine „Elektrophysiolo-gische Untersuchung“ durch Provokation von Herzrhythmusstörungen die Diagnose herbeiführen. Die Provokation wird durch entsprechende Katheter im Rahmen der Untersuchung durchgeführt.

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