Darmkrebszentrum Lüneburg

Die Diagnose Darmkrebs wirft Ängste und Fragen auf. Wir wollen Ihnen Mut machen und helfen, Ihre Erkrankung zu verstehen. Denn es gibt berechtigte Hoffnung: Dank neuer fortschrittlicher Operations- und Therapieverfahren können immer mehr Patienten erfolgreich behandelt und geheilt werden.

Die Heilungschance in der Frühphase des Darmkrebses beträgt über 90 Prozent. Deshalb sind Früherkennung, zügige Diagnosestellung und ein schneller Behandlungsbeginn für den Erfolg der Behandlung von großer Bedeutung. Unser Expertenteam behandelt Sie nach den neuesten Erkenntnissen der Forschung.

Gruppe von drei Ärzten schaut lächelnd in Richtung Kamera

Wir im Darmkrebszentrum Lüneburg sehen uns als Ihr helfender Partner und begleiten Sie während der gesamten Behandlung: Von der Früherkennung über die Diagnose und Therapie bis zur Nachbehandlung.

Naufnahme eines Mikroskops, Hände am Objektträger

Grundlage unserer gemeinsamen Arbeit sind die jeweils aktuellen wissenschaftlichen Empfehlungen und Leitlinien der nationalen und internationalen Fachgesellschaften.

Logo der Deutschen Krebsgesellschaft für das Zertifizierte Darmkrebszentrum

Das Darmkrebszentrum Lüneburg ist seit 2010 durch die Deutsche Krebsgesell- schaft (DKG) zertifiziert. Dadurch wird Ihnen als Patientin oder Patient garantiert, dass hohe Qualitätsstandards eingehalten werden.

Zertifikat des Zentrums

Darmkrebssprechstunde

Bei Ihnen wurde Darmkrebs diagnostiziert?

Telefonische Terminvereinbarung für die Darmkrebssprechstunde:
Sekretariat Silke Bockelmann
Tel. 04131 77 2201
silke.bockelmann@klinikum-lueneburg.de

Darmkrebs

Darmkrebs ist ein Sammelbegriff für bösartige Tumoren des Dick-, Mast- und Dünndarmes. 

Jedes Jahr erkranken etwa 73.000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs, nach Lungenkrebs ist er die zweithäufigste Krebserkrankung. Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen, die Häufigkeit nimmt mit steigendem Lebensalter etwa ab dem 50. Lebensjahr zu.

Darmkrebs entwickelt sich aus der Darmschleimhaut. Die Vorstufen sind in 90 Prozent die sogenannten Polypen in unterschiedlichen Formen, die im Normallfall im Rahmen einer Darmspiegelung abgetragen werden können.

Etwa 10 Prozent der Erkrankungen gehen auf Veränderungen des Erbgutes zurück. Auch auf dem Boden entzündlicher Darmerkrankungen kann sich Darmkrebs entwickeln.

In diesem Podcast sprechen Prof. Dr. med. Torsten Kucharzik, Chefarzt der Klinik für Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Gastroenterologie und Pneumologie, und Prof. Dr. med. Bodo Schniewind, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- & Thoraxchirurgie über Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung von Darmkrebs.

Risikofaktoren

Das Entstehen von Darmkrebs hängt u. a. mit den westlichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zusammen. Bei rund einem Drittel der Patienten liegt eine erbliche Veranlagung vor. Hier sind regelmäßige Untersuchungen schon in jüngeren Jahren sinnvoll.

Folgende Faktoren erhöhen das Risiko für Darmkrebs:

  • Familiäres, genetisches Risiko (Erblicher Darmkrebs):
    Fälle von Darmkrebs oder Polypen in der Familie, v. a. bei Verwandten I. Grades.
  • Alter:
    Ab dem 5. Lebensjahrzehnt nimmt das Risiko zu. Grund sind genetische Zelldefekte, die nicht mehr ohne weiteres von körpereigenen Reparatursystemen behoben werden können.
  • Entzündliche Darmerkrankungen:
    Langjährige chronisch entzündliche Darmerkrankungen erhöhen das Risiko für die Entstehung des Darmkrebses. Der andauernde Entzündungsprozess kann zu bösartigen Zellveränderungen in der Darmschleimhaut führen.
  • Ernährung und Lebensstil:
    Reichlich tierisches Fett und verhältnismäßig wenig Getreide, Obst oder Gemüse begünstigen u. a. die Entstehung von Darmkrebs. Hinzukommen Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum als weitere Risikofaktoren.
  • Darmpolypen:
    Die Neigung zur Entwicklung von Darmpolypen geht mit einem erhöhten Risiko einher, dass es zu einer Entartung dieser Polypen kommt. Menschen, bei denen bereits Polypen aufgetreten sind, bzw. abgetragen wurden, tragen ein erhöhtes Risiko, wiederum Polypen zu entwickeln.

Symptome

Darmkrebs kann sich über lange Zeit entwickeln, ohne dass Symptome auftreten.

Alarmzeichen für Darmkrebs können sein:

  • Blut im Stuhl
  • Blut- oder Schleimbeimengungen mit dem Stuhlgang
  • Wechsel der Verdauung zwischen Durchfall und Verstopfung
  • Bleistiftdünner Stuhl
  • Zwingender Stuhldrang, aber keine Entleerung
  • Wiederkehrende krampfartige Bauchschmerzen
  • Häufig Übelkeit, Völlegefühl, Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Leistungsabfall
  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Blässe, Blutarmut

Früherkennung und Diagnose

Bei frühzeitiger Behandlung ist die Überlebensrate deutlich erhöht, deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen von herausragender Bedeutung. Jedem gesetzlich Versicherten steht in Deutschland ab dem 50. Lebensjahr bei Männern und ab dem 55. Lebensjahr bei Frauen eine Darmspiegelung zu, die nächste dann nach zehn Jahren, sofern nicht bei der ersten bereits Vorstufen des Darmkrebses, die sogenannten Polypen, entdeckt und abgetragen wurden. Ferner gibt es die Untersuchung des Stuhls auf verborgene Blutspuren, die ab dem 50. Lebensjahr jährlich durchgeführt werden sollte.

Für die Darmkrebsfrüherkennung stehen verschiedene Untersuchungsverfahren zur Verfügung, die auch miteinander kombiniert werden können. Je nach individuellem Darmkrebsrisiko ist über die Art und Häufigkeit der Untersuchungen zu entscheiden.

  • Test auf verstecktes (okkultes) Blut im Stuhl: Mit diesem Test lässt sich nicht sichtbares Blut im Stuhl aufspüren. Der Test sollte ab dem 50. Lebensjahr einmal  jährlich durchgeführt werden. Ist der Test positiv, muss eine Darmspiegelung durchgeführt werden.
  • Austastung des Mastdarmes: Einfache Untersuchung, die vom Hausarzt durchgeführt werden kann für den letzten Darmabschnitt. Die Hälfte der Tumoren im Mastdarm kann bereits damit entdeckt werden.
  • Darmspiegelung (Koloskopie): Effektivste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs. Polypen können abgetragen werden, Darmkrebs in frühen Stadien wird entdeckt. Ab dem 50. Lebensjahr bei Männern, ab dem 55. Lebensjahr bei Frauen (Vorsorgeuntersuchung für gesetzlich Versicherte). Wenn kein krankhafter Befund erhoben wird, kann die nächste Darmspiegelung nach zehn Jahren erfolgen
  • Virtuelle Koloskopie (CT-Kolonographie): Dieses Verfahren ermöglicht die Darstellung des Darmes im 3-D-Verfahren von außen, ohne dass ein Gerät in den Darm eingeführt werden muss. Nachteil ist, dass flache Polypen übersehen werden können. Bei der Entdeckung von Polypen muss eine Darmspiegelung angeschlossen werden, um diese abzutragen.

Behandlungsmethoden bei Darmkrebs

Unser Ziel ist es, Ihnen maßgeschneidert die bestmögliche Therapiekombination anzubieten. In sogenannten Tumorkonferenzen tragen wir das Wissen über die einzelnen Patienten zusammen und erarbeiten dann gemeinsam die individuell beste Therapiestrategie. Gastroenterologen, die sich auf die Verdauungsorgane spezialisiert haben und alle endoskopischen Untersuchungen vornehmen und Viszeral- sowie Thoraxchirurgen als Experten für die Bauch- bzw. Brustkorbchirurgie nehmen an diesen Tumorkonferenzen ebenso teil wie Strahlentherapeuten, Onkologen, Radiologen und Pathologen.

Die Entscheidung, ob beispielweise eine Operation oder eine kombinierte Strahlen- und/oder Chemotherapie durchgeführt wird, richtet sich nach Lage des Krebses, Ausdehnung, dem Krankheitsstadium und dem Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung sowie den individuellen Voraussetzungen der Patienten.

Darmkrebs ist gut behandelbar, in einem frühen Stadium auch heilbar, deshalb muss er örtlich begrenzt sein und keine Tochtergeschwülste gebildet haben. In fortgeschrittenen Stadien dient die Therapie dazu, den Krebs weitestgehend zu entfernen, eine weitere Ausbreitung des Tumors zumindest aufzuhalten. In fast allen Fällen ist die Operation des Tumors der erste wichtige Schritt der Behandlung. Die feingewebliche Untersuchung des Tumorgewebes ergibt dann das Stadium der Erkrankung und das Wachstumsverhalten des Tumors. Daraus ergibt sich die weitere Planung der Krebstherapie.

Stadium I:
Frühe Form des Darmkrebses mit hervorragenden Heilungschancen. Der tumortragende Darmabschnitt wird mit den Lymphknoten und begleitenden Lymphgefäßen entfernt.

Stadium II:
Dieses Stadium zählt noch als Frühstadium. Nach fünf Jahren leben noch 85 Prozent der Patienten, d. h. eine vollständige Heilung ist möglich. Es muss immer eine Operation durchgeführt werden, beim Mastdarmkrebs wird nach der Operation zusätzlich eine kombiniert Strahlen- und Chemotherapie empfohlen. Beim Dickdarmkrebs kann in besonderen Fällen (großer Tumor, erschwerte Operationsbedingungen) eine nachfolgende Chemotherapie empfohlen werden.

Stadium III:
Bereits fortgeschrittene Erkrankung, aber auch hier leben nach 5 Jahren noch gut 50 % der Patienten. Beim Dickdarmkrebs ist nach der Operation eine Chemotherapie erforderlich. Beim Mastdarmkrebs schließt sich nach der Operation eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie an, sofern sie nicht bereits vor der Operation erfolgt ist.

Stadium IV:
Darmkrebs im Stadium IV bedeutet ein fortgeschrittenes Stadium mit Absiedelungen in anderen Organen. Eine Heilung ist eher die Ausnahme als die Regel. Sofern möglich, erfolgt eine Operation mit vollständiger oder teilweiser Entfernung des Tumors. Die Entfernung von Tochtergeschwülsten kann ebenfalls möglich und sinnvoll sein.
Beim Dickdarmkrebs erfolgt im Anschluss eine Chemotherapie, beim Mastdarmkrebs eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie.

Bei Patienten mit einem hohen Erkrankungsrisiko (z. B. FAP, s. o.), kann es erforderlich sein, den gesamten Dick- und Mastdarm zu entfernen.
Bei Erkrankung des Mastdarmes ist es u. U. erforderlich, den gesamten Schließmuskel zu entfernen, um den geforderten Sicherheitsabstand zum Tumor einzuhalten. Es muss dann ein künstlicher Darmausgang (Stoma, Anus praeter) angelegt werden.

Darmkrebsoperation

Im günstigsten Fall ist eine Heilung der Erkrankung durch die Abtragung des Tumors im Rahmen einer Darmspiegelung möglich.

Ist eine Operation notwendig, führen wir diese in den meisten Fällen minimal-invasiv durch. Im Rahmen einer Bauchspiegelung wird das erkrankte Gewebe mittels kleinster Hautschnitte mit der gleichen Gründlichkeit entfernt wie bei konventionellen Operationsmethoden.

Ein minimal-invasiver Eingriff heißt für Sie gegenüber der konventionellen Operationsmethode:

  • kleinere Narben
  • weniger Schmerzen nach der Operation
  • kürzerer Aufenthalt im Klinikum
  • schnelle Heilung der Wunde
  • schneller wieder zurück im Alltag und im Beruf

Der Schließmuskel kann heute durch entsprechende Vorbehandlung und moderne Operationstechniken in der Regel erhalten werden. Auf einen künstlichen Darmausgang kann bei neun von zehn Patienten verzichtet werden.

Unsere jährlichen Operationszahlen überschreiten die Anforderungen für die Qualifizierung als Darmkrebszentrum bei weitem. Ihre Behandlung im Darmkrebszentrum wird ausschließlich von spezialisierten Fachärzten durchgeführt.

Auch roboter-assistierte Operationsmethoden mit dem daVinci-System als Weiterentwicklung der minimal-invasiven Technik bieten wir bei chirurgischen Eingriffe am Darm und bei Darmkrebs im Klinikum Lüneburg an. 

Hier finden Sie weitere Informationen zur Operationsmethode.

In der Regel werden unsere Patienten nach laparoskopischen, also minimal-invasiven Darmoperationen auf der Normalstation überwacht. Bei Risikopatienten oder großen, länger dauernden Eingriffen gewährleistet unsere moderne Intensivstation die bestmögliche Versorgung.

Alle Schritte zur strukturierten Nachsorge oder zur Einleitung einer erforderlichen Nachbehandlung, wie Chemo- oder Strahlentherapie, werden ebenso eingeleitet, wie die Rehabilitation und eine eventuell erforderliche häusliche pflegerische Unterstützung durch einen Stomatherapeuten, Wundspezialisten oder andere Pflegedienste. Die enge Zusammenarbeit mit den weiterbehandelnden Hausärzten und Gastroenterologen gewährleistet für Sie eine lückenlose Gesamttherapie.

Chemo- und Strahlentherapie bei Darmkrebs

Chemotherapie bei Darmkrebs

Neben der Operation ist die Chemotherapie die wirksamste und erfolgreichste Behandlungsmethode gegen Darmkrebs. Die Entscheidung, ob ein Patient davon profitiert, hängt jedoch vom Erkrankungsstadium ab. In der Regel erfolgt die Chemotherapie ambulant, es kommen verschiedene Therapieschemata zum Ansatz.
Da die Chemotherapie zum Teil nicht unerhebliche Nebenwirkungen haben kann, geht der Behandlung immer eine umfassende Beratung durch einen Krebsspezialisten voraus.

Um noch im Körper eventuell verbliebene Tumorzellen nach einer Operation zu bekämpfen erfolgt die adjuvante Chemotherapie.

Eine Variante vor der Operation ist die sogen. neoadjuvante Chemotherapie mit dem Ziel, den Tumor oder die Metastasen so zu verkleinern, dass sie operabel werden.

Die palliative Chemotherapie dient der Verbesserung der Lebensqualität und Linderung von Beschwerden in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung, unter Umständen wird das Tumorwachstum gestoppt oder verlangsamt.

 

Strahlentherapie bei Darmkrebs

Die Strahlentherapie kommt nur zur Behandlung des Mastdarmkrebses ab dem Stadium II zum Einsatz. Sie wird dann in der Regel mit der Chemotherapie kombiniert. Der Einsatz vor der Operation führt unter Umständen zu einer Tumorverkleinerung und damit zu einer besseren Operabilität. Zudem wird das Auftreten von lokalen erneuten Erkrankungen deutlich herabgesetzt.
Das Bestrahlungsfeld wird vor Beginn der Behandlung genau festgelegt, um Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten. Manchmal muss das Lymphabflussgebiet in das Bestrahlungsfeld mit einbezogen werden.

Nachsorge

In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie Ihre Nachsorge in den nächsten Jahren gewissenhaft und regelmäßig durchführen.

Die Nachsorge hat das Ziel, frühzeitig neu auftretende Tumore oder mögliche Metastasen zu erkennen. Sie dient aber auch dazu, begleitende Erkrankungen festzustellen und den Patienten bei sonstigen Schwierigkeiten (z.B. künstlicher Darmausgang) zu unterstützen.
Der genaue Umfang und die zeitlichen Abstände der Nachsorgeuntersuchungen werden in so genannten Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten festgelegt.

Ziele der Tumornachsorge sind:

  • So früh wie möglich einen Tumorrückfall erkennen und erneut geeignete Therapiemaßnahmen einleiten
  • Begleit- oder Folgeerkrankungen behandeln
  • Beratung zu den Möglichkeiten der Rehabilitation
  • Unterstützung bei psychischen oder sozialen Problemen und bei der beruflichen Wiedereingliederung

Psychoonkologische Begleitung

Viele Patienten erleben die Diagnose Darmkrebs als einen tiefen Einschnitt ins bisherige Leben, der körperliche und seelische Belastungen zur Folge haben kann. Manche Patienten zögern, über ihre Ängste und Sorgen zu sprechen oder wollen Angehörigen nicht zur Last fallen. Hier kann psychologische Unterstützung hilfreich sein.

Wir bieten Ihnen und Ihren Angehörigen Beratung und Begleitung, psychotherapeutische Gespräche und die Vermittlung von weiteren Hilfsmöglichkeiten, wie Selbsthilfegruppen, niedergelassene Psychotherapeuten oder Beratungsstellen an.

Zum Psychoonkologischen Dienst

Ihr Ansprechpartner

Porträt von Dr. Tobias Rose

Dr. med. Tobias Rose

Leitender Oberarzt

Tel. 04131 77 2202
tobias.rose@klinikum-lueneburg.de

Facharzt für Allgemein-, Viszeral- und
Thoraxchirurgie, Spezielle Viszeralchirurgie
Netzwerkkoordinator Darmkrebszentrum und Pankreaskarzinomzentrum Lüneburg

Schwerpunkttätigkeit:
Thoraxchirurgie, Minimal-invasive Chirurgie

Weitere Informationen

Das Darmkrebszentrum arbeitet in einem Netzwerk spezialisierter Kooperationspartner. Dazu gehören innerhalb des Klinikums unter anderem: 

Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie
Prof. Dr. med. Bodo Schniewind
Tel. 04131 77 2201

Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Gastroenterologie und Pneumologie
Prof. Dr. med. Torsten Kucharzik
Tel. 04131 77 2241

Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Prof. Dr. med. Thomas Rodt
Tel. 04131 77 2271

Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Prof. Dr. med. Minglun Li
Tel. 04131 77 2281

Institut für Pathologie
Dr. med. Anja Peters
Tel. 04131 77 2261

Psychoonkologie
Stomatherapie
Freundeskreis Hospiz
Ernährungsberatung
Physiotherapie
Entlassmanagement

Onkologie Zentrum Lüneburg
Dres. med. Jan Rutjes, Karin Siert, Nils Utz, Juliane Ebert, Svenja Dietemann und Prof. Dr. med, Matthias Zeis
Schildsteinweg 26
21339 Lüneburg
Tel. 04131 4086860
www.onkopraxis-lueneburg.de

Onkologisch-Hämatologisches Zentrum Wendland
Dr. med. Reingard Stuhlmann und Sebastian Enoch
Lauben 2
29451 Dannenberg
Tel. 05861 98510
www.onkologie-wendland.de

Dr. med. Frank Ebeling
Innere Medizin, Gastroenterologie, Proktologie
Feldstraße 2 a
21339 Lüneburg
Tel. 04131 73720

Dr. med. Elke Kaminsky
Praxis für Humangenetik
Lademannbogen 61
22339 Hamburg
Tel. 040 38082190

Dr. med. Jörg Kapp
Innere Medizin, Gastroenterologie
Moorweg 17
29525 Uelzen
Tel. 0581 75055

Dr. med. Stephan Piwowarczyk
Innere Medizin, Gastroenterologie
Schießgrabenstraße 5
21335 Lüneburg
Tel. 04131 31477

Dr. med. Michael Siassi
Chirurgie, Koloproktologie
Walter-Bötcher-Straße 11
21337 Lüneburg
Tel. 04131 951500

Dr. med. Konrad Zimmermann
Innere Medizin, Gastroenterologie
Gravenhorststraße 23
21335 Lüneburg
Tel. 04131 42222

Sieb & Meyer Stiftung
Beratungszentrum „Leben mit Krebs“
Auf dem Schmaarkamp 21
21339 Lüneburg
Tel. 04131 60 47 41
www.sieb-meyer-stiftung.de
Die Beratung ist für alle Ratsuchenden kostenlos und vertraulich.

Deutsche ILCO e. V.
Selbsthilfeorganisation für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs
Thomas-Mann-Str. 40
53111 Bonn
Tel. 0228 33 88 94 50
www.ilco.de

BeuteltierNetzwerk e. V.
Ein Verein mit Herz und Seele für Menschen mit Stoma
Tel. 0174 3541353
info@beuteltiernetzwerk.com
www.beuteltiernetzwerk.com

Das Darmkrebszentrum Lüneburg beteiligt sich auch an Studien zur weiteren Therapieverbesserung:

Studie „Psychoonkologie“

Verbesserung der Erkennung psychosozialen Unterstützungsbedarfs und Therapie behandlungsbedürftiger psychischer Störung bei Krebskranken.

Die Diagnose Krebs kann sowohl für den betroffenen Patienten sowie für die gesamte Familie in vielerlei Hinsicht eine Belastung sein. Daher ist eine unterstützende psychoonkologische Beratung und Betreuung von betroffenen Patienten und ihren Angehörigen ein fester Bestandteil der Versorgung.

Im Rahmen eines Versorgungsforschungsprojektes im Rahmen des Nationalen Krebsplans, einer Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit, der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren soll ein einseitiger Fragebogen (FBK-R10) von Patienten mit hämatologischen und soliden Tumoren während unterschiedlicher Behandlungsphasen beantwortet werden. Zusätzlich sollen die angenommenen Hilfsangebote ausgewertet werden.

HNPCC

Das HNPCC (Hereditäres Nicht-Polypöses Colorektales Carcinom) oder Lynch-Syndrom zählt zu den häufigsten erblichen Tumorerkrankungen des Magen-Darm-Trakts. 5 bis 7 Prozent aller Darmkrebsfälle sind darauf zurückzuführen. Einige der dafür verantwortlichen defekten Gen-Anlagen sind bereits bekannt und können mit Hilfe genetischer Tests nachgewiesen werden. Die Veranlagung wird von einem Elternteil geerbt und kann schon in jungen Lebensjahren zu Darmkrebs oder anderen Krebsarten führen. Die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu erkranken, liegt bei 80 Prozent, deshalb sind hier frühzeitige Untersuchungen lebensnotwendig. Ein erhöhtes Risiko besteht gleichzeitig für Krebs der Gebärmutter und der Eierstöcke, für Magen- und Dünndarmkrebs, Krebs der Harnwege oder der Gallenwege.
Hier ist eine Stammbaumanalyse wichtig. Es wurden die sogenannten Amsterdam-I- und -II-Kriterien entwickelt, um das Risiko einer Erkrankung abschätzen zu können.


Amsterdam-I-Kriterien:

Ein HNPCC gilt als sehr wahrscheinlich, wenn alle genannten Kriterien zutreffen.

  • Mindestens drei Angehörige der Familie hatten oder haben Darmkrebs.
  • Einer davon ist Verwandter ersten Grades der beiden anderen.
  • Mindestens zwei aufeinander folgende Generationen sind oder waren von Darmkrebs betroffen.
  • Mindestens einer der Erkrankten ist oder war bei Diagnosestellung jünger als 50 Jahre.
  • Eine Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP) ist ausgeschlossen.

Amsterdam-II-Kriterien:

Ein HNPCC gilt als sehr wahrscheinlich, wenn bei der Stammbaumanalyse alle unten genannten Kriterien zutreffen.

  • Mindestens drei Angehörige der Familie haben oder hatten einen mit HNPCC vergesellschafteten Krebs (s. o.).
  • Einer davon ist Verwandter ersten Grades der beiden anderen.
  • Mindestens zwei aufeinander folgende Generationen sind oder waren von einer solchen Krebserkrankung betroffen.
  • Mindestens einer der Erkrankten ist oder war bei Diagnosestellung jünger als 50 Jahre.
  • Eine Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP) ist ausgeschlossen.

 

Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP)

Die zweithäufigste Form von erblichem Darmkrebs, die Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP), macht etwa ein Prozent aller Fälle aus. Bereits in jungen Jahren entwickeln sich hunderte bis tausende Darmpolypen, die zunächst gutartig sind, dann aber entarten können. Die Polypenzahl ist so groß, dass mit hundertprozentiger Sicherheit aus einem Polypen einmal ein Darmkrebs entsteht. Die Patienten können bereits mit 20 Jahren an Darmkrebs erkranken, so dass hier die Vorsorgeuntersuchungen bereits mit dem 10. Lebensjahr beginnen müssen.

Die Polypen können im gesamten Verdauungstrakt auftreten.

Ist ein Elternteil erkrankt, wird die Erkrankung mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent an die Kinder weitervererbt.

Ernährung:
Fettreiche und pflanzenarme Nahrung belasten den Körper mit Übergewicht, erhöhten Blutfetten, einem trägen Darm und zu wenigen Vitaminen.
Mit gesunder Ernährung, d. h. wenig Fleisch und tierische Fette, wenig Geräuchertes, Gepökeltes und Gegrilltes, viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und Fisch bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr, kann dem Darmkrebs in gewissem Rahmen vorgebeugt werden.

Lebensstil:
Ausreichende Bewegung, geringer Alkoholkonsum, Nicht-Rauchen und „inneres Wohlbefinden" vermindern die Gefahr, an Darmkrebs zu erkranken.

Ernährung nach der Darmoperation:
Jeder Mensch reagiert anders auf eine Darmoperation. Die Ernährung sollte Schritt für Schritt in Richtung einer ausgewogenen Ernährung entwickelt werden, damit ausreichend wichtige Nährstoffe zugeführt werden:

  • Mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen anstelle von drei großen
  • Gut kauen, die Verdauung beginnt im Mund
  • Bei zunächst dünnflüssigem Stuhl zwischen den Mahlzeiten ausreichend trinken
  • Bei Durchfall möglichst wenig frisches Obst oder Gemüse
  • Anstelle frischer Milch Sauermilchprodukte verwenden