Lungenzentrum

Im Lungenzentrum am Klinikum Lüneburg arbeiten die beteiligten Kliniken eng zusammen, um Patienten das gesamte diagnostische und therapeutische Spektrum bei Lungenerkrankungen bieten zu können.

Sowohl obstruktive Lungenerkrankungen (COPD, Lungenemphysem, Asthma bronchiale) als auch restriktive Lungenerkrankungen (u. a. Lungenfibrosen unterschiedlichster Ursachen) werden diagnostiziert und behandelt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Diagnostik und Therapie des Lungenkarzinoms (bösartige Erkrankung der Lunge).

 

Pneumologie (Lungenheilkunde)

In der Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Gastroenterologie und Pneumologie stehen 37 Betten für Patienten mit Lungenerkrankungen zur Verfügung.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Diagnostik und Therapie des Lungenkarzinoms (bösartige Erkrankung der Lunge). Durch eine moderne technische Ausstattung und ein langjährig erfahrenes Expertenteam stehen uns alle Möglichkeiten für eine schnelle und optimale Versorgung thoraxonkologischer Krankheitsbilder zur Verfügung. Fallbesprechungen finden im interdisziplinären Tumorboard gemeinsam mit den Fachabteilungen der Thoraxchirurgie, Radiologie, Pathologie und dem Onkologie Zentrum Lüneburg statt, sodass zeitnah ein bestmöglich geeignetes individuelles Therapiekonzept entwickelt werden kann.

Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) und Asthma-Erkrankungen werden sowohl im Rahmen der Notfallversorgung bei akuter Verschlechterung des Zustandes als auch elektiv zur Verbesserung der Lungenfunktion mittels neuester medikamentöser und technischer Verfahren versorgt. 



 

Zu unserem Team gehört zudem unsere Atmungstherapeutin. Gemeinsam versorgen wir Patienten mit einer nicht-invasiven außerklinischen Beatmung (NIV) oder Langzeitsauerstofftherapie (LTOT). Patienten und ihre Angehörigen werden im Umgang mit der Maskentherapie geschult und im ambulanten Bereich durch unsere telefonische Sprechstunde weiter betreut. Außerdem erfolgen Kontrollen der Beatmungstherapie in regelmäßigen Abständen.

Weitere Aufgaben der Atmungstherapeutin besteht im Trachealkanülen- und Sekretmanagement bei Patienten, die mit einer Kanüle oder invasiven Beatmung versorgt sind. Auf unserer Intensivstation unterstützt sie das Team bei invasiv beatmeten Patienten mit einem prolongierten Weaning (Entwöhnung von der Beatmung). Auch Untersuchungen zur Beurteilung des Schluckaktes werden gemeinsam durchgeführt.  




Für die sehr wichtige und aufwendige Diagnostik von Lungengerüsterkrankungen (interstitiellen Lungenerkrankungen) nutzen wir spezielle Anamnese- und Untersuchungsmethoden sowie den interdisziplinären Austausch mit der Labormedizin, Radiologie, Pathologie und Thoraxchirurgie. Nach der Diagnosestellung und genau zugeschnittenen Therapieeinleitung werden regelmäßige ambulante oder stationäre Verlaufskontrollen durchgeführt mit ggf. weiterer Anpassung der Therapiemaßnahmen.

Auch im großen Bereich infektiöser Lungenerkrankungen bieten wir umfangreiche mikrobiologische und laborchemische Diagnostik und weitreichende Therapiemöglichkeiten aller komplizierender Verläufe an. Eine wichtige Rolle nimmt dabei die enge Zusammenarbeit mit unserer Intensivstation ein, auf der schwerwiegende Lungenentzündungen mittels Kreislaufunterstützung, invasiver Beatmung und spezieller antimikrobieller Therapie behandelt werden können. Insbesondere durch die Corona-Pandemie haben sich die Expertise und das Management infektiöser Lungenerkrankungen in unserem Haus noch weiter intensiviert.

Erkrankungen der Pleura werden ebenfalls umfassend abgeklärt, von der Diagnosefindung bis hin zur therapeutischen Versorgung.

Durch die enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie werden neuromuskuläre Erkrankungen durch die Pneumologie ab der Diagnosestellung mitbetreut und begleitet, sodass Therapieentscheidungen gemeinsam gestaltet werden können und eine Optimierung der Lungenfunktion durch Hilfsmittel und nichtinvasive Beatmung frühzeitig erfolgen kann.

Die bestehende Weiterbildungsermächtigung und die umfassenden Diagnostik- und Therapieoptionen bieten die Möglichkeit einer tiefgründigen und weitreichenden pneumologischen Ausbildung für junge Ärztinnen und Ärzte. Die Abteilung Pneumologie innerhalb der Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Gastroenterologie und Pneumologie ist Mitglied im Kompetenznetz Herz & Lunge Lüneburg.

Lungenchirurgie/Thoraxchirurgie

Neben konventionell offenen Eingriffen nehmen wir in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie Operationen bevorzugt minimal-invasiv vor, auch bei bösartigen Erkrankungen der Lunge (Thorakoskopie). 

In enger Abstimmung mit Pneumologen, Onkologen, Strahlentherapeuten und Thoraxchirurgen legen wir patientenindividuelle Therapiekonzepte fest und diskutieren diese in der wöchentlichen Tumorkonferenz.

Hier finden Sie die Kontaktdaten unserer thoraxchirurgischen Sprechstunde.

Seit über zehn Jahren ist der Bereich Thoraxchirurgie mit Operationen an der Lunge und dem Brustkorb eine feste Institution des Klinikums Lüneburg. In diesem noch verhältnismäßig jungen Lungen-/Thoraxzentrum im Nordosten Niedersachsens hat die stetige Entwicklung zu routinierten operativen und diagnostischen Abläufen mit exzellenter Qualität geführt.

Der Bereich Thoraxchirurgie wird durch den Leitenden Oberarzt Dr. med. Tobias Rose geleitet und ist Teil der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirugie unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. med. Bodo Schniewind. Das gesamte Team der Klinik umfasst sieben Oberärzte sowie 14 Assistenzärztinnen und -ärzte. Unsere engste Verzahnung zu Operationen am Verdauungstrakt (Viszeralchirurgie) sowie der Bauchhöhle (Allgemeinchirurgie) stellt eine weitere Stärke unserer Klinik da. So sind wir in der Lage, operative Techniken und medizinisches Knowhow insbesondere an der Schnittstelle der jeweiligen Fachdisziplinen sinnvoll zu integrieren.

Neben den heutzutage nicht mehr weg zu denkenden minimalinvasiven Operationstechniken stellen Rekonstruktionen der Luftwege (Bronchoplastie) sowie der Lungengefäße (Angioplastie) zum Erhalt von Lungengewebe den täglichen Anspruch unserer operativen Therapie dar. Unter anderem dadurch gelingt es, die Lebensqualität der Patienten bestmöglich zu erhalten. Es wird für jeden Patienten immer individuell die beste Lösung gesucht. Im Rahmen der Operationsplanung steht sowohl der individuelle Patient als auch das zu erreichende Ziel im Mittelpunkt der Überlegungen.

Die Entfernung des erkrankten Lungenanteils unter Erhalt von möglichst viel gesundem Gewebe wird immer berücksichtigt. Der überwiegende Teil der Eingriffe ist in minimalinvasiver Operationstechnik möglich. Ob diese in Form einer „Schlüssellochtechnik“ oder als „Briefschlitz-Operation“ erfolgen kann, hängt maßgeblich von der Erkrankung ab. In den letzten Jahren haben sich Techniken in der Thoraxchirurgie entwickelt, die wir aus der Verdauungschirurgie schon seit Jahrzehnten kennen. Diese Erfahrungen können zum Nutzen der Patienten gewinnbringend eingebracht werden. Der Verzicht auf zusätzliche Zugänge hat den Begriff der „uniportalen“ Thoraxchirurgie geprägt, bei der alle Instrumente und die Kamera über einen kleinen „Briefschlitz“ in den Brustkorb eingeführt werden. Die Sicherheit der Operation hat stets höchste Priorität und wird nicht durch die Anzahl der Zugänge bestimmt. Deshalb haben auch „offene“ Operationen am Brustkorb nach wie vor ihren Stellenwert. Aber auch dort ermöglicht die enge Verzahnung mit den Techniken der minimalinvasiven Chirurgie, das operative Trauma geringer zu halten.

Der enge und direkte Kontakt sowie die „gelebte“ Zusammenarbeit mit unseren Lungenfachärztinnen und -ärzten (Pneumologie), der Radiologie und Strahlentherapie des Klinikums sowie im niedergelassenen Bereich ermöglichen eine optimale Diagnostik und Therapieplanung. Gleichzeitig ist eine optimale Verzahnung zwischen niedergelassener und stationärer Behandlung möglich. Weiterhin ergänzen diesen Bereich die medikamentöse Krebsbehandlung (Onkologie), die wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenzen sowie die enge Verzahnung mit den zertifizierten Krebszentren des Klinikums Lüneburg.

Jährlich erfolgen am Klinikum Lüneburg über 400 Operationen an der Lunge, davon mehr als die Hälfte aufgrund einer bösartigen Erkrankung (Onkologische Chirurgie).
 

Lungenkrebs (Lungenkarzinom)

Bei der Therapie der Lungenkrebserkrankung (Lungenkarzinom oder auch Bronchialkarzinom genannt) ist die operative Entfernung des erkrankten Lungenanteils ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung und hat eine Heilung der Krebserkrankung zum Ziel. Sind zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) nachweisbar, rückt die Operation zunächst in den Hintergrund.

Aus diesem Grund gilt es, zu Beginn der Behandlung eine umfangreiche Diagnostik (Staging) durchzuführen, die wir nahezu komplett am Klinikum Lüneburg durchführen können. Neben modernen Techniken, wie dem inneren Ultraschall der Luftwege (EBUS, Endobronchialer Ultraschall), werden alle Formen der radiologischen Bildgebung durchgeführt. Sollte die Notwendigkeit für ein sog. FDG-PET CT bestehen, welches wir noch nicht an in Lüneburg durchführen können, helfen wir bei Beantragung und Vermittlung zu entsprechenden nuklearmedizinischen Einrichtungen in Hamburg.

Wird die Lungenkrebs-Erkrankung in einem frühen Stadium entdeckt und operativ entfernt, so ist die vollständige Heilung der Erkrankung das Ziel und wird in den folgenden Nachkontrollen (Follow up) überprüft und abgesichert.


In diesem Video erhalten Sie einen ersten Überblick über die Behandlung einer Lungenkrebserkrankung am Beispiel einer Patientin.



Liegt ein weiter fortgeschrittenes Tumorstadium vor, sind zusätzliche, multimodale Therapien notwendig, um eine optimale Behandlung zu erzielen. Diese umfassen heutzutage u. a. Kombinationstherapien aus klassischer Chemotherapie, kombinierter Radio-Chemotherapie, Immuntherapie sowie zielgerichteter Strahlentherapie. Auch die Operation ist ein Teil dieser multimodalen Therapie, deren Zeitpunkt individuell in den wöchentlichen Tumorkonferenzen festgelegt wird.

Lungenmetastasen/unklare Lungentumore

In der operativen Behandlung von Lungenmetastasen sind wir ein wichtiger Partner der zertifizierten Tumorzentren unserer Klinik. Treten im Rahmen von anderen Krebserkrankungen Tumore der Lunge auf, so trägt die operative Entfernung einerseits zur Diagnostik aber häufig auch zur Therapie bei. Dabei ist die Anzahl der Metastasen nicht zwingend darüber entscheidend, ob eine Operation infrage kommt. Wir sind regelmäßig im direkten Austausch mit den behandelnden Onkologen, Strahlenonkologen, Gynäkologen und Urologen unserer Klinik sowie niedergelassenen Kollegen.
 

Pleuraerguss/Rippenfellerguss/Pleurodese

Bei unterschiedlichen Erkrankungen des Köpers finden sich neben der normalen Menge an Flüssigkeit (ca. 5 ml) zwischen Lungen- und Rippenfell große Mengen an Erguss, die zu Luftnot führen. Ist die Diagnose eines bösartigen/malignen Ergusses (durch eine Krebskrankheit z. B. Brustkrebs) gestellt, kann durch eine Pleurodese/„Verklebung“ des Lungenfells mit dem Rippenfell das Symptom Luftnot verbessert werden. Diese Technik kommt auch beim gutartigen/benignen Pleuraerguss (z. B. bei Herzschwäche) zur Anwendung. Bestehen die Ergüsse schon länger und die Lunge kann sich nicht mehr ausdehnen, d. h., dass die Lunge die Brustwand nicht mehr erreicht, profitiert der Patient nicht von einer Pleurodese. In dieser Situation kann ein Katheter in die Brusthöhle auf Dauer „implantiert“ werden, mit dem die Ergussentlassung in der Häuslichkeit durch den Patienten oder einen Pflegedienst erfolgt. Bei der Vermittlung von entsprechenden Pflegediensten stehen unser Entlassmanagement sowie das Team auf Station dem Patienten zur Seite.
 

Lungenkollaps/Pneumothorax

Die Lunge wird als elastisches Organ seitens der Natur durch etwas Flüssigkeit am Rippenfell „gehalten“. Kommt etwas Luft in diesen Spalt, folgt die Lunge ihrem Bauplan und zieht sich zusammen. Im Volksmund ist es zum Lungenkollaps gekommen. Wir nennen dies Pneumothorax. Klinisch zeigt sich dies häufig durch plötzlichen Schmerz mit folgender Luftnot, Reizhusten in unterschiedlicher Ausprägung.

Ursächlich liegt bei jungen Patienten meist eine Veränderung der Lunge mit Bildung von Lungenblasen „Bullae“ zugrunde. Beim älteren Patienten (über 45 Jahre) sollte eine andere Erkrankung der Lunge zunächst durch ein CT des Brustkorbs ausgeschlossen werden.

„Einmal ist keinmal…“ …so hieß es früher immer. Kam es zum sog. „Erstereignis“ wurde auf die Selbstheilung der Lunge nach Anlage einer Drainage in den Brustkorb „vertraut“. Je nach Studie kommt es jedoch bei mehr als 50 Prozent der Patienten zu einem „Zweitereignis“, das eine Operationsempfehlung nach sich zieht. Die Operation mit Entfernung des kranken Anteiles sowie einer lokalen Verklebung senkt das Risiko des Wiederauftretens auf unter 10 Prozent. Durch die modernen minimalinvasiven Techniken und der vergleichbaren Krankheitstage beraten wir jeden Patienten individuell, inwieweit bereits beim Erstereignis ein Eingriff erfolgen kann bzw. sollte.

In diesem Podcast informiert Dr. med. Tobias Rose zu Therapieoptionen bei Lungenkrebs.

Ihre Ansprechpartnerinnen/Ihr Ansprechpartner der Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Gastroenterologie und Pneumologie

Dr. med. Ayse Acar

Oberärztin

Fachärztin für Innere Medizin, Pneumologie und Intensivmedizin, Notfallmedizin
Zuständigkeiten:
Pneumologie
Internistische Intensivmedizin

Dr. med. Remko Paul

Oberarzt

Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, Rettungsmedizin
Zuständigkeit:
Pneumologie

Sarigül Kesen

Atmungstherapeutin

Ihre Ansprechpartner der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie

Prof. Dr. med. Bodo Schniewind

Chefarzt

Facharzt für Allgemein-, Viszeral- und
Thoraxchirurgie

Stellv. Ärztlicher Direktor des Klinikums Lüneburg

Dr. med. Tobias Rose

Leitender Oberarzt

Tel. 04131 77 2202
tobias.rose@klinikum-lueneburg.de

Facharzt für Allgemein-, Viszeral- und
Thoraxchirurgie, Spezielle Viszeralchirurgie
Netzwerkkoordinator Darmkrebszentrum und Pankreaskarzinomzentrum Lüneburg

Schwerpunkttätigkeit:
Thoraxchirurgie, Minimal-invasive Chirurgie