21.02.2011

Zertifikat für Schlaganfall-Behandlung höchster Qualität

Überregionale Stroke-Unit am Klinikum Lüneburg versorgt schwierigste Fälle

Lüneburg, 21. Februar 2011 - Die Schlaganfall-Spezialstation der Klinik für Neurologie am Städtischen Klinikum Lüneburg erhielt jetzt die zertifizierte Anerkennung als Über­regionale Stroke-Unit. „Wir freuen uns, dass der hohe Qualitätsstandard der Schlag­anfallbehandlung am Klinikum Lüneburg durch die Zertifizierung als Überregionale Stroke-Unit von objektiver Seite bestätigt und anerkannt wird”, so Geschäftsführer Dr. Michael Moormann, „und wir uns damit zu den etwa 80 Einrichtungen in Deutschland zählen dürfen, die das derzeit höchste Prüfsiegel in der Schlaganfallversorgung erhalten haben.”

Externe Prüfer des TÜV Rheinland hatten die Schlaganfallbehandlung am Klinikum Lüneburg im Auftrag der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deut­sche Schlaganfall-Hilfe begutachtet und waren zu einem sehr positiven Gesamturteil gekommen. Sie bestätigten eine hervorragende Leistung in der Versorgung von Schlaganfallpatienten. Dabei wurde die schnelle Akutversorgung besonders hervor­gehoben, die durch die enge Kooperation der Klinik für Neurologie mit den anderen Fachkliniken des Hauses, insbesondere der Radiologie, der Kardiologie und der Anästhesiologie, möglich ist. Auch die Vernetzung mit den Rettungsdiensten von ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) und DRK (Deutsches Rotes Kreuz) in Lüneburg, die pflege­rische Versorgung sowie die strukturierten Abläufe mit der täglich 24-stündigen Anwe­senheit eines erfahrenen Neurologen wurden als exzellent bewertet.

Die Prüfer lobten auch die hervorragende Zusammenarbeit mit den neurochirurgi­schen und gefäßchirurgischen Kliniken in Hamburg-Altona und im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Vergleichbare Stroke-Units in der weiteren Umgebung von Lüneburg gibt es am Zentralkrankenhaus in Bremen, am UKE, an der Medizini­schen Hochschule Hannover und in Celle.

Zu den Kernkompetenzen der Stroke-Unit gehört, dass Kreislauf- und andere wichtige Körperfunktionen der Patienten von Beginn der Behandlung an kontinuierlich über­wacht werden. Damit können eventuell auftretende Komplikationen weitgehend ver­mieden oder es kann schnellstmöglich auf sie reagiert werden. Spezielle Anforderun­gen für die Zertifizierung als Überregionale Stroke-Unit gelten für die Verfügbarkeit einer Lyse-Behandlung sowie eines Computer- oder Kernspintomographen rund um die Uhr. Durch die Lyse-Behandlung können Blutgerinnsel, die sich in Hirnarterien gebildet haben, aufgelöst und so die Durchblutung des Gehirns wieder normalisiert werden. Je schneller dies möglich ist, umso größer sind die Chancen, die schädigen­den Folgen einer Mangeldurchblutung so gering wie möglich zu halten.

„Besonders erfreulich ist, dass sich durch die Aufklärungskampagne „Lüneburg gegen Schlaganfall”, mit Unterstützung von Landeszeitung und Sparkasse Lüneburg, die Anzahl der Patienten, die in den ersten vier Stunden in der Klinik eintreffen, deutlich erhöht hat”, so Professor Dr. med. Henning Henningsen, Chefarzt der Klinik für Neu­rologie. „Durch den nachgewiesenen positiven Behandlungseffekt können wichtige Hirnfunktionen erhalten werden, die sonst vom Untergang bedroht wären. Das bedeutet für die Patienten und deren Angehörige einen dauerhaften Gewinn an Lebensqualität. Dies ist nur möglich durch den täglichen Rund-um-die-Uhr-Einsatz aller an der Schlaganfallversorgung Beteiligten. An sie alle geht unser Dank.”